top of page

MED CAMPUS IV - Die Küche im Kepler Universitätsklinikum am Med Campus IV

Aktualisiert: 26. Nov. 2023

Wie meine heutige Überschrift im Blog schon verrät, darf ich über eine ganz spezielle Küche in Linz detailliert berichten.

Es war der langjährige Küchenleiter Franz Furman, der mich kürzlich via E-Mail kontaktierte.

Seine bemerkenswerten Worte über den regionalen Lebensmitteleinkauf, die hauseigene Bio-Imkerei uvm. weckten meine Neugierde so sehr, dass wir gemeinsam entschieden, den offiziellen Weg zu einer möglichen Berichterstattung zu gehen.


Dazu sollte man wissen, dass die Küche bzw. die Küchen im Kepler Universitätklinikum (es gibt derzeit noch zwei weitere) organisatorisch zur OÖG (Oberösterreichische Gesundheitsholding - vormals gespag) und somit zum Land Oberösterreich gehören. So stehe ich heute Montag, 23.10.2023 morgens um 8 Uhr am telefonisch vereinbarten Ort, beim Eingang des MED CAMPUS IV - der bis 2016 unter dem Namen Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz geführt wurde.

Hier holt mich Franz Furman ab und ich folge ihm zu Beginn noch stillschweigend in das Untergeschoss.

Das Stillschweigen nimmt dann allerdings ziemlich schnell sein Ende, denn Franz und ich verstehen uns von der ersten Minute an wirklich prächtig. Wie könnte es anders sein, Kochen verbindet eben.

Wir sind also nun im Untergeschoß im MED CAMPUS IV - im Betriebsrestaurant.

Hier in dieser Küche werden täglich an die 238 Systembetten für Patientinnen und Patienten kulinarisch versorgt, sowie 800 Essen für die Mitarbeitenden, Studierenden und Schülerinnen und Schüler zubereitet. Es sind bereits 30 Jahre Berufstätigkeit, die Franz Furman im KUK schon absolviert hat und der mit seinen 62 Jahren noch kein bisschen leise ist. Ganz im Gegenteil, ich gewinne den Eindruck, er sprüht nach wie vor noch voller Energie und Leidenschaft für sein tägliches Schaffen.

Wir unterhalten uns zu Beginn unserer Reise durch die Küche über das Thema Einkauf.


Als Franz mir seine regionalen Lebensmittel-Lieferanten an der Wand und mittels den Aufstellern

präsentiert, staune ich nicht schlecht, was hier wirklich alles aus dem nahen Umfeld eingekauft wird.

Egal ob es die Eier aus Altenberg, oder das Mehl aus St. Florian sind, es zieht sich durch das ganze Sortiment. Chapeau für diese Entscheidungen!

Aber, es ist auch der Begriff K - U - K , den Franz Furman für sich und sein Küchenteam auf eine geniale Art und Weise interpretiert.

Ich kann mich ehrlicherweise kaum an eine Großküche erinnern, welche diese Werte des regionalen Einkaufs so ernst und ehrlich meint, wie ich es heute in der Küche im KUK MED CAMPUS IV erlebe.

Dass mit sehr viel bio und regionalen Lebensmitteln gekocht wird, transportiert man mittels Foldern auch auf den Stationen im Haus.


Hier im Betriebsrestaurant "Tischlein deck dich" findet man ebenso den BIO-HONIG aus dem KUK-Garten, der bereits mit dem Qualitätssiegel Gold prämiert wurde.

Zurecht ist Franz Furman stolz auf seine Idee, die Umsetzung und mittlerweile auch jährlich eine ertragreiche Ernte, deren Erlös der Kinder-Krebshilfe zu Gute kommt.

Mein Tipp für Dich: 250 g Bio-Honig erhalten aktuell die Blutspender in der Blutzentrale. Natürlich nur solange der Vorrat reicht. Aber dennoch, man lässt die Öffentlichkeit für ein gutes Werk mit am "Kuchen" naschen. Auch das verdient wirklich lobende Worte. DANKE dafür 🙏 Bevor wir nun in die Küche hineingehen, besuchen wir den Garten vor dem Betriebsrestaurant.

Ich erblicke nicht nur eine Obstkultur mit Äpfel, Marillen, Kirschen, Nashi-Birnen oder Kiwi-Beeren,

sondern auch Gemüse

und einen wunderbaren Kräuter-Garten, der bei den Kindergerichten immer wieder für einen gesunden, natürlichen Geschmack sorgt.

Apropos Kinder. Ich finde es einfach ganz wunderbar, dass hier so manche Räumlichkeiten, wie das Restaurant, von Kindern der KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie) gestalten wurden.

Was für eine Bereicherung!

Beeindruckend und wirklich sehenswert, empfinde ich auch den Verbindungstunnel zwischen Campus III und IV

welchen wir in Form eines kurzen Spazierganges bewundern ❤️

So, nun ist es aber soweit und ich darf unter Einhaltung der nötigen Regeln und mit richtiger Kleidung die Räumlichkeiten der Küche über den Lieferanten - Eingang bzw. das Schleusensystem betreten.

Die Milch-Aufbereitung für Mütter und Babies ist ein hochsensibler Trakt, den ich nur von außen bewundere.

Hier arbeiten spezialisierte Fachkräfte, um u.a. Muttermilch zu pasteurisieren. Vorbei an den vielen einzelnen Lagerräumen, die zwar befüllt, aber nicht voll sind, geht es in die Großküche weiter.

Hier treffe ich zuerst Katja.


Sie hat im ehemaligen AKH den Beruf der Konditorin gelernt und ist seit 2018 im Unternehmen tätig.

Wer Stefanie Feneberger vom Tortenmehr kennt, weiß vielleicht auch, dass auch Steffi, in der ehemaligen AKH Küche ihre erste Lehre als Köchin absolviert hat.


Durchaus eine Küche, die echte Talente hervorbringt.


Sollte jemand eine Lehrstelle oder einen Job in einer Küche suchen, so denkt daran, das Kepler Universitätsklinikum ist ein attraktiver Arbeitgeber mit unglaublich vielen Entwicklungsmöglichkeiten. Katja plaudert heute mit mir über ihre Aufgaben.

Sie hat hier ihre eigene Station, ihren eigenen Platz zum Arbeiten.

Hier entstehen täglich feinste Mehlspeisen, vom Karotten-Zucchini-Kuchen, bis hin zur Schokoschnitte,- oder Kürbiskuchen. Erst nach 5 Wochen wiederholt sich ein Rhythmus, somit bleibt es tatsächlich sehr abwechslungsreich! Katja darf hier aber auch ihre Fantasie als Konditor ausleben.


Denn-, wenn man die Bienentorte, die sie anlässlich einer Feier kreiert hat, sieht, bewundert man ihre tolle Arbeit sehr respektvoll.

Mich zieht es nun weiter, von Station zu Station, wo ich von den insgesamt 45 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Küche mit einigen kurz plaudern darf.

Aus 10 unterschiedlichen Nationen finden hier Menschen ihre tägliche Beschäftigung und ihren Arbeitsplatz. Mit durchaus flexiblen Arbeitszeiten, die um 05.30 starten und um 16:30 Uhr täglich enden, lassen sich gute Teilzeitmodelle anbieten, die auch vielfach genutzt werden.

Adina ist Physikerin und kommt aus Rumänien.

Seit 16 Jahren ist sie bereits mit ihrer Familie in Österreich und kocht mittlerweile für rund 1.000 Personen pro Tag an einer Station.

Adina hat als Abwäscherin hier im KUK am Campus IV in der Küche gestartet.


Schnell erkannte man ihr Talent und sie absolvierte die Kochlehre, später noch die speziellen Ausbildungen für den Diätkoch und die Geriatrie, sowie verfeinert laufend ihr Wissen, wie aktuell mit dem Brotbackkurs.


Mit viel Liebe, Geduld und auch erlerntem Können, richtet sie heute diese Gericht an.


Ich bin wirklich schwer beeindruckt.

Auch, wenn man weiß, dass natürlich im täglichen Krankenhaus-Leben die Gerichte bei den Patienten nie so - aber durchaus schön angerichtet - ankommen, tut es gut zu sehen, welche Fachkräfte hier täglich am Werken sind. Das wunderschöne Geschirr, die Art des Anrichtens wird dazu genutzt, um die Speisekarte für den internen Restaurant-Betrieb zu gestalten.

Mich freut es auch, dass die Tagesgerichte von heute aussehen (und auch schmecken) wie bei Oma zu Hause.

Als ich die Fleckerlspeise erblicke, erlebe ich fast ein Déjà-vu.

Meine Mum im Mühlviertel bereitet sie genauso zu. Fabelhaft, sag´ ich vor Ort nur dazu!

Edina kommt aus Nordmazedonien und arbeitet gerade am Brokkoli-Souffle,

als Doris Weidinger, die Rechte Hand vom Küchenchef Franz Furman, zu uns stoßt.

Doris, die selbst mittlerweile bereits über 30 Jahre hier arbeitet, ist eine begnadete Köchin, die leidenschaftlich Tag ein Tag aus ihre Arbeit erledigt und rundum mithilft, wo Not am Mann oder an der Frau ist.


So ganz nebenbei wird erwähnt, dass das Team der Küche auch eigenständig seinen Arbeitsplatz und somit die Küche reinigt. Tag für Tag.

Doris und Franz gemeinsam erzählen mir auch noch von den Schöpfgerichten für die kranken Kinder hier im Haus.


Ich kann mich noch gut erinnern, als auch ich mit meinen Kindern hier auf der Station zu Gast war.


Ja, es wurde geschöpft. Die Kinder liebten es, von der Sternchen-Suppe bis zum Pudding.

Darüber hinaus entstehen hier aber natürlich auch a la carte Gerichte für Klasse-PatientInnen, oder Gerichte für Kinder, die freie Wahl haben.


Vom Schnitzel bis zur Pizza.

Bei meiner letzten Station werden die Tabletts für die Auslieferung mit den Gerichten je Patientin zusammengestellt.

und das Essbesteck hygienisch verpackt.

Ich bin sehr gerührt, ja eigentlich begeistert, wie harmonisch hier der Küchenbetrieb am MED CAMPUS IV abläuft.

Nachdem es mittlerweile zeitlich Richtung Mittag geht,

wird das Salat-Buffet bereits eingeräumt.

Eine unglaublich-, bunte Vielfalt macht sich hier breit!

Auch bei mir stellt sich bereits der Hunger ein und ich darf im Betriebsrestaurant

noch eine gesunde Bowl vom Buffet essen.

Jede Woche am Dienstag gibt es hier Bowl. Man hat freie Wahl und kann aus unterschiedlichen - warmen Komponenten

zusätzlich noch vom reichhaltigen Salat-Buffet,

sich seine eigene veggy Bowl zusammenzustellen.

Fabelhaft, sag´ ich nur.

Mein Besuch bestätigt, was Franz Furman mir in seiner ersten E-Mail bereits angekündigt hat:

✅ eine bodenständige,

✅ ehrliche Küche,

✅ mit sehr vielen bio und regionalen Zutaten


Dazu erlebe ich heute noch ein eingespieltes, harmonisches und sehr engagiertes Küchenteam hier am MED CAMPUS IV. - des Kepler Universitätklinikum.


What a wonderful place to work!


❤️🙏 DANKE an alle, die mich hier eintauchen - erleben und berichten haben lassen ❤️🙏


Es war mir eine Ehre!

Bericht vom 23.10.2023







3.146 Ansichten2 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Zur Liesl

bottom of page