Wo Wasser Geschichten erzählt – mein Besuch bei der Fischzucht Maier, Goldbergquelle in Schiedlberg ❤️
29.09.2026 - Manchmal führt einen ein Anlass an einen Ort und man entdeckt dabei etwas, womit man überhaupt nicht gerechnet hat.

Heute führt mich mein Weg nach Schiedlberg zur Fischzucht Maier, Goldbergquelle.
Eigentlich komme ich, weil mir dieser Betrieb nach den Ereignissen der vergangenen Woche besonders am Herzen liegt.

Nach einem Stromschlag entstehen schwere Schäden in den Zuchtbecken, viele Fische verenden und noch viel mehr müssen notgeschlachtet werden. Für einen Fischzuchtbetrieb ist das eine Katastrophe, denn hinter jedem Becken steckt nicht nur Technik, sondern auch viel Arbeit, Verantwortung und vor allem lebendiges Leben. Ich habe deshalb auf Social Media einen Hilfeaufruf gestartet.
Grosser DANK gilt an dieser Stelle all jene, die sich ins Auto gesetzt haben und sofort durch ihren Fische-Kauf Sofort-Hilfe geleistet haben! 🙏🙏🙏

Heute, nur wenige Tage später, stehe ich selbst hier und darf sehen, dass sich wieder etwas bewegt.

Die Schäden sind behoben. Die Becken sind wieder in Betrieb. Neue Fische sind eingesetzt und auch für den Verkauf ist wieder Fisch vorhanden.
Und plötzlich fühlt sich dieser Besuch ein bisschen wie ein Aufatmen an.

Schon beim Ankommen merke ich, dass dieser Ort mehr ist als eine Fischzucht.

Hier ist es ruhig.

Das Wasser plätschert, rundherum liegt Natur und zwischen den Teichen gibt es Plätze, an denen man einfach stehen bleibt und schaut.
Ich gehe durch den Betrieb, sehe mir die Becken an und bekomme einen Einblick in eine Welt, die viele von uns sonst nur vom fertigen Fischfilet auf dem Teller kennen.
Dabei beginnt die Geschichte des Fisches hier viele Schritte früher.

Manche Teiche haben eine lange Geschichte. Sie bestehen bereits seit dem 17. Jahrhundert. Seit 1962 wird die Fischzucht von der Familie Maier geführt.
Das spürt man.
Es ist dieses Wissen, das nicht einfach aus einem Buch kommt, sondern über viele Jahre gewachsen ist und von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.

Matthias Maier ist Fischereifacharbeiter und Fischereimeister. Seine Ausbildung absolviert er in Scharfling am Mondsee und er wird zu einem der jüngsten Fischmeister Österreichs.

Heute ist die Fischzucht sein Bereich.
Ursula und Matthias teilen sich ihre Aufgaben und genau diese Aufteilung finde ich besonders schön.
Matthias kümmert sich um die Fische und die Fischzucht.
Und Ursula hat ihr https://fischbildung.at/workshops-uebersicht/eigenes Herzensprojekt.
Die https://www.schuleambauernhof.at/betrieb/ursula-maier/Schule am Bauernhof ist ihr Baby.
Ursula Maier möchte Kindern zeigen, was hinter unseren Lebensmitteln steckt.

Nicht aus einem Schulbuch.
Nicht aus einem Video.
Sondern direkt vor Ort.
Wasser sehen. Fische beobachten. Die Teiche erleben. Fragen stellen. Zusammenhänge verstehen.

Etwa vier bis fünf Mal im Jahr kommen die Schulklassen hierher. Der Wasser- und Fischjahreskreis zeigt, wie sich die Natur und die Fischzucht im Laufe des Jahres verändern.

Ein besonderes Angebot ist der Workshop „Vom Teich zum Teller“.
Und ich finde diesen Namen wunderbar, denn genau darum geht es.
Wir sehen ein Lebensmittel meistens erst dann, wenn es fertig im Geschäft liegt. Hier kann man den ganzen Weg kennenlernen.
Vom Wasser.
Zum Fisch.
Vom Fisch.
Bis auf den Teller.

Ursula bringt dabei nicht nur ihre Leidenschaft, sondern auch viel Fachwissen mit. Sie ist Ernährungspädagogin und verfügt über verschiedene Ausbildungen im Bereich Ernährung, vegane Ernährung, Mentaltraining und Achtsamkeit.
Auch Erwachsene und Pensionisten können an den Angeboten teilnehmen.

Es geht also nicht nur darum, Kindern etwas zu zeigen. Es geht darum, Menschen wieder neugierig auf Lebensmittel zu machen.
Und vielleicht auch ein bisschen bewusster hinzuschauen, was ich - wo kaufe!

Mein Tipp für dich:
Wenn du einmal die Möglichkeit hast, einen landwirtschaftlichen Betrieb direkt vor Ort kennenzulernen, nimm dir die Zeit dafür. Nirgends versteht man Herkunft so gut wie dort, wo Lebensmittel entstehen.
Ein Fisch ist nicht einfach nur ein Fisch.

Beim Rundgang staune ich über die Vielfalt.
Forellen, verschiedene Saiblingsarten, Zander, Hecht, Karpfen, Schleie und Wels gehören zum Angebot.
Auch Störe werden gezüchtet – insgesamt gibt es sechs verschiedene Sorten.
Besonders spannend finde ich das grätenfreie Störfilet. Es kann ähnlich wie ein Bratl zubereitet werden und zeigt einmal mehr, wie vielseitig Fisch in der Küche sein kann.

Auch bei der Herkunft lohnt sich der Blick genauer.
Österreichische Fischzüchter stehen unter einem enormen Preisdruck und können mit vielen Importprodukten preislich kaum mithalten.
Pangasius ist ein bekanntes Beispiel.
Auch Zander kommt teilweise aus Kasachstan.
Bei heimischer Fischzucht hingegen kann ich nachvollziehen, woher mein Fisch kommt.
Ich stehe praktisch dort, wo er aufwächst.

Das ist für mich ein ganz anderer Bezug zu einem Lebensmittel.
Im Hofladen entdecke ich auch den geräucherten Fisch.

Und hier gefällt mir besonders die Einfachheit.
Geräuchert wird ausschließlich mit Buchenspänen.
Keine große Zutatenliste, kein unnötiges Drumherum. Fisch und Buchenholz. Mehr braucht es nicht.
Auch ein Fischaufstrich mit Frischkäse gehört zu den Spezialitäten. Eine einfache Kombination, die wunderbar zur Jause passt.

Mein Tipp für dich:
Gerade beim Räuchern lohnt es sich, auf wenige Zutaten zu setzen. Gute Produkte brauchen oft gar nicht viel, um ihren eigenen Charakter zu zeigen.
Und dann entdecke ich noch etwas ganz Besonderes.
Eigentlich glaube ich zu diesem Zeitpunkt, dass ich die Fischzucht nun gesehen habe. Doch dann geht es weiter. Rund um die Fischgewässer eröffnet sich eine ganz andere Welt.

Wasser.
Wald.
Ruhe.
Natur.

Ich bleibe stehen und schaue einfach eine Weile.
Dieser Ort strahlt eine Ruhe aus, die man nicht planen kann. Sie ist einfach da.
Und genau das ist neu für mich.
Die Fischzucht Maier ist inzwischen nicht nur ein Ort, an dem Fisch gezüchtet und verkauft wird. Die Fischgewässer und das Waldgelände können auch von Besuchern erkundet werden.
Besuch ist ausdrücklich erwünscht!
Man kann spazieren gehen, die Teiche anschauen und ein Stück Natur genießen.
Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch einen kleinen Zoo.
Zwergseidenhühner 😍

und zwei Schafe gehören ebenfalls zu den tierischen Bewohnern.

Ich muss schmunzeln.
Denn genau diese Mischung macht diesen Ort so besonders.
Hier geht es nicht nur um Fisch.
Hier geht es um Tiere.
Um Natur.
Um Wissen.
Um Lebensmittel.
Und um Menschen.
Tierliebe gehört hier einfach dazu!
Besonders berührt mich auch, wie über die Tiere gesprochen wird.
Ein Fischotter sorgt für Aufregung und gehört zur Familie…

und plötzlich merkt man, wie schnell aus Nutztieren ganz persönliche Geschichten werden.

Vielleicht ist es genau diese Nähe zu den Tieren, die diesen Ort so besonders macht. Denn wer täglich mit Tieren arbeitet, entwickelt zwangsläufig eine andere Beziehung zu ihnen.

Heute gehe ich mit einem ganz anderen Gefühl nach Hause, als ich gekommen bin.
Ich bin wegen einer Katastrophe der vergangenen Woche hierhergekommen. Wegen eines Stromschadens, der viele Zuchtbecken getroffen hat.
Ich wollte sehen, wie es weitergeht.
Und ich sehe: Es geht weiter.
Die Becken sind wieder in Betrieb.
Die Fische sind wieder eingesetzt.
Fisch ist wieder für den Verkauf vorhanden.
Und hinter all dem stehen Menschen, die weitermachen.
Menschen, die sich kümmern.
Menschen, die ihren Betrieb lieben.

Die Fischzucht Maier zeigt mir heute, dass ein Betrieb viel mehr sein kann als das, was man auf den ersten Blick sieht.
Hier wird Fisch gezüchtet.
Hier wird geräuchert.
Hier wird verkauft.
Hier wird Wissen weitergegeben.
Hier lernen Kinder, wo ihre Lebensmittel herkommen.
Hier können Menschen spazieren gehen.
Hier leben Tiere.
Und hier kann man tatsächlich einfach einmal durchatmen.
Vielleicht ist genau das die schönste Entdeckung meines heutigen Besuches.
Dass aus einem Ort, an dem Fisch gezüchtet wird, ein Ort geworden ist, an dem Menschen zur Ruhe kommen können.

Ein Ort, an dem Wasser Geschichten erzählt.
Und ich bin froh, dass ich heute hier sein darf.
Wer Fisch kaufen möchte, kann übrigens auch telefonisch vorbestellen.

Und wer neugierig geworden ist, darf die Fischgewässer und das Waldgelände gerne besuchen und sich selbst ein Bild von diesem besonderen Ort machen.
ÖFFNUNGSZEITEN:
Mo-So von 8:00 bis 20:00 Uhr
ADRESSE:
Goldberg 21, 4521 Schiedlberg
☎️ 07251 / 364

Auftragsarbeit, vom 29.9.2026


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