Lebensmittel als Schnäppchen?

Im Innenhof der Firma Gschiel, Bahnhofstraße 54 in 4050 Traun befindet sich Schnäppchen Kings.

Mir fällt das Unternehmen seit Monaten mit diversen Postings in Facebook Gruppen auf, wo mit billigsten Lebensmitteln zum Kauf geworben wird.

Manche Kommentare dabei sind so bitter böse, dass es mich verleitet, mir das Geschäft, den Betrieb, die Halle - was immer es ist, persönlich und näher anzusehen.

Also vereinbare ich mir mit Markus Kritzinger, dem Gründer und Eigentümer einen persönlichen Termin vor Ort.

In Traun angekommen, finde ich dank guter Beschreibung leicht zu der Halle. Es handelt sich hier definitiv um einen Hallenverkauf.


Markus Kritzinger kauft seine Waren aus diversen Quellen, wie Konkursmassen, Überschussproduktionen, 2. Wahl usw. bei Restpostenhändler ein. Vom Haushalt, Garten, Basteln, Kinder bis hin zu Haustiere, Kfz usw... werden hier wirklich viele Themen abgedeckt.

Auf Paletten und einfachen Stellagen befinden sich die unzähligen Artikel! Es herrscht etwas flanier und Flohmarkt Atmosphäre hier.

Bei genauerer Betrachtung allerdings wird mir sehr schnell bewusst, dass hier ganz viele bekannte Marken zum wirklich günstigen Preis angeboten werden! Klickt euch mal durch die Bilder!

Mich interessieren aber vorrangig mal die Lebensmittel. Woher kommen sie, warum sind diese so extrem billig? Im Webshop findet man online nur Lebensmittel, die relativ lange haltbar sind, gut verpackt sind und man aus dem Handel kennt. Kekse, Knabberzeug, Konserven, selbst Superfood, oder Teigwaren, aber auch Getränke wie z.B. Red Bull.


Da wird es für mich bereits spannend. Warum kostet eine Dose Red Bull im Supermarkt mehr, als hier im Schnäppchenmarkt, wie findet es den Weg hierher?

Markus erzählt, dass die Palette Red Bull von einem Veranstalter sei, der zuviel eingekauft hatte und die Ware einfach nur ‚loswerden‘ wollte!


Markus, erzählt aber auch im gleichen Satz, dass er sehr vielen Kontrollen unterliegt, die Lebensmittelpolizei schaut regelmäßig wegen der Lagerung und Kennzeichnung vorbei, die Kripo prüft, woher manche Waren eingekauft wurde. (Damit kein Diebesgut dabei sei!) Er geht sehr offen im Gespräch mit diesen Themen um.

Die Kategorien Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukte sind auf der Website zwar angeführt, aber leer, in der Lagerhalle werden sie angeboten.


Hier startet nun meine Recherche in die Tiefe und stelle dazu Markus Kritzinger viele Fragen.

Es gibt beispielsweise TK Faschiertes für Burger Patty aufbereitet - aus dem Mühlviertler Schlächter Betrieb Neugschwandtner! Patties, die normalerweise in den Burger in der Gastronomie landen. Wird zuviel produziert, Zuwenig abgenommen - landet es hier...


Markus Kritzinger ist Familienmensch mit drei schulpflichtigen Kindern. Er weiß, was Lebensmittel im Handel kosten und wie schwierig es ist, für manche Familien, den Alltag mit geringem Verdienst zu bewältigen.


Aber Markus Kritzinger ist auch gelernter Koch und verfügt über viele Jahre Praxis in diesem Beruf. Mit dem Thema Lebensmittel kennt er sich aus. Er hat beruflich bedingt das professionelle Wissen gesammelt Qualität bei Lebensmitteln beurteilen zu können. Die Idee zum Schnäppchenmarkt entstand, als er erkannte, dass es viele Überschuss-Produktionen, 2. Wahl Ware oder Konkurswaren im Handel gibt, die ständig vernichtet wurden. Es war dieser Gedanke, nichts wegzuwerfen, sondern preiswert , eben günstig an den Kunden zu bringen. Markus bezieht seine Waren von diversen großen Konzernen, mit denen Stillschweigen vereinbart wurde, dass die Herkunft nicht bekannt wird. Warum? Weil sonst der Konsument dazu neigen würde, nur mehr im Hallenverkauf einkaufen zu wollen und die Preise im Supermarkt sich nicht mehr erklären lassen würden. Handelsspannen sind bekannterweise sehr groß.


Die Wurstwaren kommen aus der Industrie. Manches aus 🇦🇹, sehr vieles von unseren 🇩🇪 Nachbarn. Den Birkenrauchschinken (🇦🇹) habe ich zuhause sofort gekostet:

Der schmeckt wirklich ausgezeichnet, nicht trocken - sondern sehr saftig mit feinen Geschmack. Davon kosten 500 g aufgeschnitten, wenig als 100 g im Handel.


Auch vieles an Käse und Milchprodukten ist hier zu finden! (Bilder klick nach rechts)

Die Etiketten sind teilweise geschwärzt oder fehlen - es soll nicht transparent werden, woher die Ware kommt. Wer allerdings täglich einkaufen geht, erkennt an der Verpackung ohnehin die Erzeuger. Also durchaus Waren, die uns auch täglich im Spar, Billa, Hofer, oder wie sie alle heißen begegnen! (Pfeil nach rechts klicken)

Persönlich finde ich nichts Verwerfliches daran, hier die preiswerten Wurst- oder Fleischprodukte zu kaufen. Genau genommen, fördern wir mit dem Kauf hier nur die Tatsache, dass WENIGER an Lebensmittel vernichtet werden.

Wer hier einkaufen geht, ist sich dessen bewusst, dass es sich um einen Lagerverkauf handelt, kein Personal zum Bedienen, odgl eingesetzt ist. Markus Kritzinger ist Self-Man hier 😊


Waren, die abgelaufen sind - MHD = Mindeshaltbardatum überschritten, sind in einer eigenen Kühlvitrine und deutlich gekennzeichnet.

Ich habe mich heute vor Ort wieder auf einen Test eingelassen: Lebensmittel, deren MHD schon ewig abgelaufen sind, zu kosten 🤪

Wiedermal hat sich für mich bestätigt, dass ‚abgelaufenes Mindesthaltbardatum‘ nur bedeutet, Absicherung für den Handel, aber nicht zwingend besagt, dass die Ware tatsächlich verdorben ist! Hier in der Lagerhalle wird nämlich nur weggeschmissen, was wirklich verdorben ist!


Schnäppchen - Kings ist von Mi-Sa geöffnet! -

Meine Empfehlung dazu:

Bildet euch selbst eine Meinung, wegschmeißen - oder doch billigst verkaufen?



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-verführerisch und kreativ- 

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