Stiegenwirtin Tragwein

Aktualisiert: 25. März 2019

Was schreibt man bloß an einem Tag, wie diesen... 🤔


Heute ringe ich mit mir persönlich, die richtigen Worte für meinen Bericht zu finden, aber beginnen wir von vorne!


Es ist Sonntag, 12 Uhr - als wir in Tragwein bei der STIEGENWIRTIN eintreffen. Wir haben einen Tisch für 12 Personen reserviert und werden gleich ins Gewölbe nach hinten zum Tisch gebracht!

Unser Tisch gefällt uns gut und der STIEGENWIRTIN eilt ein guter Ruf voraus. Im Ort ist man froh, dass das Lokal einen Pächter gefunden hat und weitergeführt wurde.


Wir werden rasch bedient und dürfen unsere Getränkebestellung und auch die Essensbestellung aufgeben.

Da wir doch eine relativ große Gruppe sind, wird fast jedes Gericht einmal bestellt.


Die Suppen kommen nach ca. einer viertel Stunde Wartezeit zu Tisch, kosten 2,90 € und sind geschmacklich in Ordnung.


Glücklich sind jene 4 Pers von 12 Gästen, die Suppen bestellt hatten - denn der Rest der Gäste sieht ganz lange noch kein Essen.

Die Bärlauchcreme-Suppe um 3,50 € sehr preiswert:

Es ist nun 12.30 Uhr und ab nun beginnt... sagen wir, eine endlos wirkende Wartezeit.


Wir feiern eigentlich Geburtstage heute und haben auch eine 86-jährige Dame unter uns, die Hunger hat und keine Suppe bestellt hat. Sie ist eigentlich am meisten nervös und beginnt als erste nach 45 Minuten mal berechtigt am Tisch zu raunzen.... Die Stimmung geht nach und nach damit in den Keller😪


Als ich um 13 Uhr - nach einer Stunde Wartezeit höflich nachfrage, wo das Essen bleibt, werde ich kurz und bündig mit ‚kommt bald, dafür dann alles‚ abgespeist....


10 Minuten später kommt eine Dame zu mir an den Tisch und erklärt mir nach mehr als 70 Minuten Wartezeit, dass die Chefin aufgrund eines Todesfall weg musste und daher alles darunter und drüber gehe...


Ok, es wird 13.20 Uhr, bis die Salate serviert werden. Nachdem nun jeder von uns, nach fast 1,5 Stunden Wartezeit so hungrig ist - stürzt sich jeder über den Salat - es führt dazu, dass kein einziger mehr einen Beilagensalat hat, denn bis die Gerichte serviert werden, vergehen nochmals 10 Minuten.

Das erste Gerichte zu mir am Tisch kommt - es ist mein bestelltes Kalbsbeuschel, dass ich ca. 10 Minuten davor am Nachbartisch als falsch zurück in die Küche gehen sah. Das zerronnene Schlagobers zeigt es auch 😪

Endlich, ich kann Essen.

Nach und nach kommen nun alle Gerichte. Bis der letzte am Tisch das Essen hat, sind nun 1 Stunde und 40 Minuten vergangen.

Über die Qualität des Essens kann ich nur berichten, dass niemand erwähnt hätte, dass es gut geschmeckt hätte - alle nur mehr froh waren, etwas erhalten zu haben und die Stimmung im Keller war.


Ich für mich kann sagen, dass jene Gerichte, die ich gekostet habe, etwas geschmacklos waren (Salz hat überall gefehlt) - die Panier bei dem Schnitzel nicht knusprig war bzw nicht frisch gewirkt hat.


Beim Abservieren wurde kein Wort darüber verloren, ob es geschmeckt hätte 🤔


Um 13.58 Uhr haben wir bezahlt und irgendwie war jeder Gast nur mehr froh - ‚flüchten‘ zu können....


Was mich persönlich aber definitiv gestört hat - ist die Art und Weise, wie man mit uns Gästen umgegangen ist:

- keine Entschuldigung zur ewig langen Wartezeit

- kein Bedauern beim Zahlen

- keine Nachfrage ‚hat’s geschmeckt oder hat eh alles gepasst‘


Fazit: Für mich war das heute ein Dinner wie im schlechten Film - mit ein paar freundlichen Worten, einer netten Geste oder besseren Erklärung von Beginn an - hätte man hier wirklich vieles retten können.

Kommunikation hätte das Zauberwort gelautet.


Dafür jetzt eine Empfehlung auszusprechen fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer, sorry...

*********


Update - 25.3.2019 - 17:00 Uhr:

Die STIEGENWIRTIN Anna Hessl hat mich heute angerufen und mir von der Ausnahme-Situation berichtet, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihre Freundin und Partnerin, die auch im Gasthaus mit gearbeitet hat - mit 33 Jahren an Krebs verstorben ist.


Das war der Grund, warum sie als treibende Kraft in der Küche fehlte und auch das Service-Team entsprechend unter Schock stand.


Hätten wir vor Ort davon von Beginn an erfahren, wäre die Toleranz und das Verständnis sicher größer gewesen. Keine Frage.


Nichts desto trotz, werde ich wiederkommen und das Thema ist damit aufgearbeitet und abgeschlossen ❤️



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